Telefon: 08395 93 69 380

Die Geschichte der Kirchengemeinde in Erolzheim

Die Geschichte der Kirchengemeinde in Erolzheim

Die Anfänge

1851 wurden erstmals evangelische Einwohner in Erolzheim erwähnt. Diese wurden zunächst von Biberach, später von Ochsenhausen und ab 1879 von Unterbalzheim aus betreut. Ihre Zahl war jedoch bis ins 20. Jahrhundert hinein sehr gering.

Im Jahre 1880 lebten gerade einmal 137 Evangelische im Illertal, Kirchdorf mit eingerecht.

Da die Fahrtstrecke nach Unterbalzheim damals weit und beschwerlich war, erhielten die Evangelischen im Jahr 1881 vom Stiftungsrat der Frohbergkappelle die Erlaubnis, in dieser Kapelle auf dem Frohberg Gottesdienste abzuhalten.

Um diese Zeit wurde wohl auch der erste Kirchengemeinderat in Erolzheim gewählt, welcher allerdings im Jahr 1901 aufgrund der geringen Gemeindegliederzahl wieder aufgelöst werden musste. Laut einem Zeitungsbericht lebten im Jahr 1936 gerade einmal 134 evangelische Christen im ganzen Illertal.

Die Nachkriegszeit

Die Situation änderte sich jedoch schlagartig mit Ende des 2.Weltkrieges. Das unsägliche Elend der Kriegs- und Nachkriegsjahre führte mehr als 500 evangelische Flüchtlinge nach Erolzheim und in die umliegenden Orte. Für eine solche Zahl war die Kapelle auf dem Froberg zu klein. Ein neuer Versammlungsort musste geschaffen werden.

Glücklicherweise kam den Erolzheimer Christen hier der Lutherische Weltbund und das "Hilfswerkes der Ev. Kirchen in Deutschland“ zur Hilfe. Bereits 1942 hatten die Evangelischen Kirchen in Amerika und Deutschland geheime Verhandlungen für die Zeit nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches geführt und Spenden zum Aufbau der zerstörten Kirchen im Ausland gesammelt. Der vom "Weltrat der Kirchen" in Genf eingerichtete Wiederaufbauausschuß des "Hilfswerkes der Ev. Kirchen in Deutschland" begann unmittelbar nach Kriegsende mit der Arbeit, die durch finanzielle Unterstützung, vor allem von kirchlichen Organisationen der USA und der Schweiz, gewährleistet war. Dieser Wiederaufbauausschuß, das Hilfswerk, sowie amerikanische Christen aus dem Lutherischen Weltbund machten die Diasporakirche möglich: 30.000,-- DM kamen aus den USA. Das Hilfswerk bot die Konstruktion einer Notkirche an nach einem Entwurf des Baumeisters Prof. Otto Bartning. In Deutschland stehen über 40 solcher Notkirchen, von Kiel und Stralsund bis im Süden nach München und Erolzheim.

Der Bau einer Notkirche in Erolzheim wurde an zwei Bedingungen geknüpft: Zum einen musste die Gemeinde mußte selbst für Bauplatz, Fundamente und die lnneneinrichtung Sorge tragen. Zum anderen sollte ein Geistlicher am Ort wohnen.

Zur Erfüllung der ersten Bedingung schickte man Vikar Schott, der zuvor in der Ochsenhauser Tochtergemeinde Rot an der Rot wohnte, in die andere Filialgemeinde nach Erolzheim. Die zweite Bedingung war schwieriger zu erfüllen. Glücklicherweise war die Gemeinde Erolzheim bereit, einen Bauplatz zu stellen, und die Schloßherrschaft derer von Kienlin veräußerte einen Streifen ihres Besitzes, welcher das Baugrundstück vervollständigte.

Der Bau der Diasporakirche

Ende 1950 konnte mit dem Bau der Diasporakirche begonnen werden. Dank der Hilfe vieler Gemeindeglieder und der Unterstützung der Schlossherren schritt der Bau schnell voran. Am 14. April 1951 feierte man das Richtfest, und am 20. Mai 1951 fand die Einweihung statt. In der Schwäbischen Zeitung konnte man damals über den Tag der Einweihung folgendes lesen:

"In einer zu Herzen gehenden Weihpredigt gab Prälat Dr. Eichele, Ulm, den Auftakt zu der christlichen Glaubensarbeit in der neuen Kirche. Umrahmt wurde die Feierstunde von den musikalischen Darbietungen der Posaunenchöre Biberach und Memmingen und des evangelischen Kirchenchores Ochsenhausen.“

Stilles Wachstum der Gemeinde

Die 50 Jahre, die seit dem Bau der Kirche vergangen sind, lassen sich als eine Zeit des stillen Wachstums der Gemeinde beschreiben. Auch wenn sich der Mittelpunkt der Christen im Illertal schon bald nach dem Bau der Diasporakirche von Erolzheim nach Kirchdorf verlagerte: 1965 zog der Pfarrer von Erolzheim nach Kirchdorf um. Kurze Zeit später wurde in Kirchdorf das evangelische Gemeindehaus errichtet. Die Diasporakirche und der Ort Erolzheim verloren damit für die Evangelischen an Bedeutung.

Die aktuelle Situation

Dies änderte sich erst wieder mit der Gründung der Kirchengemeinde Erolzheim-Rot im Jahre 2005. Die Diasporakirche ist heute eines der Zentren des kirchlichen Lebens in der Gemeinde. Zurzeit leben ca. 450 evangelische Gemeindeglieder in Erolzheim. Viele von ihnen sind erst in den letzten Jahren zugezogen. Eine zentrale Rolle in der Gemeindearbeit spielt daher auch die Jugend- und Familienarbeit. Gottesdienste finden in der Diasporakirche 14tägig statt, am 2. und 4. Sonntag im Monat. Einer der beiden Gottesdienste ist für gewöhnlich der eher besinnliche Feiertagabendgottesdienst am Sonntagabend um 18.30 Uhr. Hinzu kommt der monatliche Gottesdienst im Seniorenzentrum in Erolzheim.

Adresse des Pfarramts

Pfarrerin Dorothee Sauer
Pfarrer Matthias Ströhle
Höhenweg 14
88430 Rot an der Rot
08395 93 69 380
pfarramt.erolzheim-rot@elkw.de

Kontakt

Bankverbindung

Ev. Kirchengemeinde Erolzheim-Rot
IBAN:DE87 6549 1320 0081 4230 04
BIC: GENODES1VBL (Raiba Laupheim-Illertal)

Suche


Soziale Netzwerke